Globale und lokale Navigation orientieren sich stark an der Organisationsstruktur einer Website, doch nicht jede sinnvolle Verbindung zwischen Inhalten lässt sich innerhalb dieser Struktur abbilden. An dieser Stelle kommt kontextuelle Navigation ins Spiel. Sie stellt zusätzliche Verbindungen her, die sich aus dem aktuell betrachteten Inhalt ergeben. So kann ein Artikel beispielsweise auf einen ähnlichen Artikel, eine Produktseite oder weiterführende Informationen verweisen. Nutzer*innen haben dadurch die Möglichkeit, zwischen thematisch zusammenhängenden Inhalten zu wechseln, ohne dabei der Hierarchie folgen zu müssen. Auf diese Weise werden die bestehenden Navigationssysteme um weitere sinnvolle Wege ergänzt und die Beziehungen zwischen Inhalten sichtbar gemacht.
Verbindung zwischen Inhalten
Kontextuelle Navigation entsteht häufig direkt bei der Erstellung von Inhalten und ist somit stark redaktionell geprägt. Die aktuelle Seite steht dabei im Zentrum und sinnvolle nächste Schritte von Nutzer*innen prägen die Erstellung der kontextuell passenden Inhalte. Über Inline-Verlinkungen kann direkt an der passenden Stelle auf weiterführende Informationen verwiesen werden. Besonders relevante Informationen können in einem eigenen Bereich “Weiterführende Informationen” oder “Verwandte Inhalte” platziert werden, um diese hervorzuheben.
Durch diese kontextuellen Links können Nutzer*innen Zusammenhänge entdecken, die aus der eigentlichen Hierarchie nicht direkt hervorgehen. Ein Artikel über Informationsarchitektur könnte beispielsweise direkt zu Organisationssystemen führen oder eine Produktseite für ein Smartphone zu passendem Zubehör wie Hüllen, Schutzfolien oder Kopfhörern.
Relevanz als wichtiger Faktor
Zu viele kontextuelle Links können mit dem eigentlichen Inhalt konkurrieren und Nutzer*innen mit zu vielen Möglichkeiten überfordern. Mehr Verlinkungen bedeuten also nicht automatisch eine bessere Navigation. Sie sollten sparsam verwendet und ihre Verbindung bewusst ausgewählt werden. Durch eine sinnvolle Benennung der Links sollten Nutzer*innen möglichst schon vorm Klicken vorhersehen können, was sie hinter dem Link erwartet. Die kontextuelle Navigation steht damit in enger Verbindung zum Labeling beziehungsweise der Benennung von Inhalten. Kontextuelle Navigation schafft zusätzliche Flexibilität inmitten der globalen und lokalen Navigationssysteme.
Zusammenfassung
Kontextuelle Navigation verbindet Inhalte anhand ihres Zusammenhangs. Sie ergänzt bestehende Navigationssysteme durch zusätzliche Wege wie Inline-Links oder verwandte Inhalte. Statt möglichst vieler sollten vor allem relevante Verbindungen angeboten werden, die Nutzer*innen bei der Erkundung der Website unterstützen.
Quellen
- Ellis, Matthew (18.06.2026). Contextual Navigation: A Guide to Better UX (with Examples). HostAdvice. Abgerufen am 12.09.2026.
- Rosenfeld, Louis; Morville, Peter; Arango, Jorge (2015). Information Architecture: For the Web and Beyond. 4. Auflage. O’Reilly Media.